Rassistische Angriffe bei Fussballspiel in der Türkei

Bei dem gestrigen Zweitliga-Spiel zwischen Bursaspor und Amedspor in der Türkei ist es zu rassistischen Ausschreitungen gekommen. Bereits in der Nacht zum Sonntag versammelten sich ultra-nationalistische Fans des türkischen Vereins Bursaspor vor dem Hotel, in dem die Spieler von Amedspor untergekommen waren und randalierten dort. Amedspor ist der Fussballverein der kurdischen Stadt Amed, die vom türkischen Staat Diyarbakir genannt wird, da er seit seiner Gründung die kurdische Sprache, Kultur und Identität systematisch zu verleugnen und zu vernichten. Auch während des Spiels kam es gestern dann zu Ausschreitungen. Bereits vor dem Spiel stürmten Anhänger von Bursaspor das Spielfeld und griffen Spieler von Amedspor an. Während der Partie wurden durchgehend Gegenstände auf das Spielfeld geworfen und gezielt die kurdischen Spieler abgeworfen. Mehrere Spieler wurden getroffen und verletzt. Unter den Gegenständen befanden sich neben Plastikbechern auch Messer und Patronen. In den Fanblocks von Bursaspor wurden zudem Transparente mit dem BIld von türkischen Geheimdienstlern geziegt, die in der Türkei für ihre extrem brutale Vorgehensweise gegen die kurdische Bevölkerung während der 90er Jahre bekannt sind. Der Schiedsrichter weigerte sich dennoch, das Spiel abzubrechen.

In der Türkei ist seit dem Erdbeben Anfang Februar die politische Situation extrem angeheizt, auch weil im Mai Wahlen anstehen und die nationalistische Regierung von Erdoğan, nach aktuellen Umfragen die Wahl verlieren könnte. Um von dem Versagen und der Mitschuld der Regierung an der Erbebenkatastrophe abzulenken, wird daher versucht die Bevölkerung auf einen extrem nationalistischen Kurs zu bringen, um sich so die Stimmen zu sichern.

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