#PantherChallenge: Bundespolizei rekrutiert Minderjährige zur Aufstandsbekämpfung

Stillstehen, Wasserwerfer, Demonstrierende als Feindbild: Seit Mittwoch findet in Bad Bergzabern in Rheinlandpfalz die sogenannte Panther Challenge statt, ein Praktikumscamp der Bundespolizei, dass sich selbst als „das härteste Schülercamp Deutschlands“ bezeichnet. Dieses Jahr findet es an fünf Orten in Deutschland über den Sommer verteilt in jeweils Einheiten von drei Tagen statt. Das erklärte Ziel der Bundespolizei ist es, mit der Panther Challenge Nachwuchs zu werben und auf die Ausbildung bei der Bundespolizei vorzubereiten. 

Ganz oben auf der Agenda steht dabei anscheinend, dass die Begeisterung junger Menschen für die Aufstandsbekämpfung geweckt werden soll, die schließlich auch noch medienwirksam auf den Social Media Kanälen der Bundespolizei verbreitet werden kann. Während es in den letzten Jahren in den nachgespielten Szenarien oft um Fußballspiele und Hooligans ging, wird anscheinend dieses Jahr zumindest teilweise ein anderer Fokus gesetzt. Am Dienstag veröffentlichte die Bundespolizei in diesem Rahmen gleich vom ersten Tag ein Video auf Twitter, in dem zu sehen war, wie die teilnehmenden Schüler:innen üben, gegen Protestierende vorzugehen. Dass es sich dabei nicht um eine neutrale Übung des Einsatzgeschehens handelt, wird klar, wenn man sich das Banner vor Augen führt, das die Personen hielten. „Mensch und Umwelt vor Profit“ heißt es darauf, Umweltaktivist:innen sollen also schon so früh wie möglich als gewalttätige Gegner markiert werden, ganz so wie die Bereitschaftspolizeien dieses Landes ihnen schon seit Jahren begegnet.

Seit 2014 werden diese Camps regelmäßig veranstaltet. Damals wurde laut dem Bundespolizeimagazin die Verabschiedungsszeremonie mit einer Aufführung des Themesongs des rosaroten Panthers eröffnet, eine interessante Wahl, war das Lied doch keine drei Jahre zuvor zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt, als der NSU es in seinem Bekennervideo verwendet worden. Die Teilnehmenden im Alter von 14+ sollen anscheinend schon mal mit den zahlreichen rechten Einzelfällen ihrer zukünftigen Kollegen gemein gemacht werden.

Die Intensivierung diese Camps seit 2019 und die klare Zielrichtung der Benennung politischer Gegner muss im gesamten Kontext des Versuchs bewertet werden die Sicherheitsbehörden, Polizei oder auch Bundeswehr in allen Lebensbereichen gerade von Jugendlichen präsent zu machen. Die verstärkte Werbung an Schulen aber auch in der Öffentlichkeit, die einfach nur auf die Popularität und Sichtbarkeit dieser Institutionen aus sind, sind der Versuch die Gesellschaft noch stärker hinter ihnen zu versammeln und dazu zu bringen alles zu unterstützen was sie tun.

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